De-Polarisierung. Neue Praktiken einladender (Wissenschafts-)Kommunikation
Demokratien leben vom Streit – von Rede und Gegenrede, von Verständigung und Kompromissen. Doch was geschieht, wenn Verständigung bei bestimmten Streitthemen (zunehmend) unmöglich erscheint? Wenn eine verstärkte Polarisierung den Dialog erschwert und sich Fronten verhärten? Auf unserer interdisziplinären Tagung widmen wir uns der Frage, wie Kommunikation unter Bedingungen gesellschaftlicher Polarisierung gestaltet werden kann. Die Tagung möchte dabei insbesondere Formen einladender (Wissenschafts-)Kommunikation in den Blick nehmen.
- 29./30.01.2026
- Seminar für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen
- Tagungssprachen: deutsch und englisch
Sie haben noch Fragen? Dann melden Sie sich gerne per Mail an anmeldung@kokokom.de
Die Tagung lädt dazu ein, das Potenzial wie auch die Ambivalenzen einladender Kommunikation kritisch zu reflektieren: Wie lassen sich Empathie und Haltung miteinander verbinden? Wir freuen uns über Beiträge, die aus rhetorischer, sprachwissenschaftlicher, kommunikationswissenschaftlicher, literaturwissenschaftlicher, politikwissenschaftlicher oder soziologischer Perspektive Verfahren der De-Polarisierung analysieren und sich damit befassen, wie Sprache in der politischen Kommunikation und Wissenschaftskommunikation inklusiver, weniger polarisierend und damit einladender gestaltet werden kann. Neben theoretisch-konzeptionellen Reflexionen sind auch empirische Fallstudien, korpus- und diskursanalytische Zugänge, experimentelle Studien und praktische Beispiele willkommen.
- Welche sprachlichen und rhetorischen Strategien, Praktiken und Techniken wirken (de-)polarisierend?
- Welche Rolle spielen Medialität und Situativität (z. B. Klassenzimmer, Social Media, Parlament), welche Rolle spielen spezifische Kontexte und Kommunikationsformen für die Möglichkeiten de-polarisierender Rede?
- Wie lassen sich wissenschaftliche Inhalte in polarisierten Diskursen vermitteln?
- Wo liegen die Grenzen einladender Kommunikation – etwa im Umgang mit hasserfüllten Äußerungen oder demokratiefeindlichen Positionen sowie in Kontexten, in denen Polarisierung gewünscht und forciert wird?
Zu folgenden Themen lassen sich die Beiträge zuordnen:
- Strategien und Praktiken der Polarisierung und De-Polarisierung
- Polarisierung als Ideologie der Ungleichheit
- Sprache und Extremismus
- Aushandlung von Verhandlungen des Common Ground
- Invitational Rhetoric (S. Foss/C. Griffin) und Bridging Rhetoric (J. Dryzek)
- Counterspeech (Reaktionen auf digitale Hate Speech)
Der Call for Papers findet sich hier.
Bitte senden Sie Ihr Abstract (max. 300 Wörter) für einen 20-minütigen Vortrag oder für ein Poster sowie eine kurze biobibliografische Angabe zu Ihrer Person bis zum 31.8.2025 an PD Dr. Lily Tonger-Erk: anmeldung@kokokom.de